Wie Cellulite mein Leben beeinflusst hat

Meine Lieben, kennt ihr das auch: Zu Beginn eines neuen Jahres nimmt man sich fest vor, nicht nur endlich ein paar Kilo abzunehmen, sondern auch endlich seine Orangenhaut loszuwerden. Denn ganz ehrlich: Wer findet es schon toll, Cellulite zu haben?

Wer bin ich?

Ich bin nun 43 Jahre alt und hatte seit etwa 20 Jahren mit Cellulite zu kämpfen. Wäre die Cellulite nur an Stellen, die kaum jemand jemals zu Gesicht bekommt, wie zum Beispiel am Rücken oder unten den Füßen, wäre es ja nicht so schlimm. Aber Orangenhaut an Beinen und Po zu haben ist wirklich nicht toll! Die Zeiten, in denen man dann abends spontan mit Freunden in einen See springen konnte, sind dann nämlich vorbei. Generell ist es mir über die Jahre immer schwerer gefallen, ins Schwimmbad zu gehen und mich dort im Badeanzug zu zeigen. Denn auch, wenn man einen kleinen Bauch mit dem richtigen Badeanzug gut kaschieren kann: die unliebsamen Dellen, die die Haut an Po und Oberschenkel zieren, lassen sich in einem Badeanzug nicht kaschieren.

Frau hat starke Cellulite an den Beinen
Hier sieht man ausgeprägte Cellulite an den Oberschenkeln.

Der Neid auf Frauen ohne Cellulite

Ich weiß, dass es wesentlich schlimmere Dinge gibt, als Cellulite zu haben. Aber jedes Mal, wenn ich in den letzten Jahren in einem Schwimmbad war, war ich hinterher total deprimiert. Das kann auch daran gelegen haben, dass ich dort die ganzen jungen Frauen gesehen habe, die nicht mal den Hauch einer Orangenhaut haben. Wie du dir sicher denken kannst, war ich deshalb jahrelang nicht mehr mit meinem Partner in einem Schwimmbad. Denn ich hatte wirklich Angst, dass er sich dann für meine Haut schämt, oder, was noch schlimmer gewesen wäre, dass er die Frauen, die dieses Problem nicht haben, bewundernd ansehen würde.

Doch nicht nur die Besuche im Schwimmbad fielen mir mit diesem “Makel” schwerer. Auch konnte ich nicht mehr so kurze Kleider tragen, wie noch vor über 20 Jahren. Was habe ich kurze Kleider geliebt … Besonders im Sommer, wenn es so heiß war, dass man sich kaum bewegen konnte, ohne gleich ins Schwitzen zu kommen, gab es nichts Schöneres, als sich in ein kurzes Kleid zu schwingen und sich die Luft um die Beine wehen zu lasse. Doch mit Orangenhaut geht es einem nicht mehr darum, seinen Körper möglichst gut in Szene zu setzen, sondern mehr darum, sich möglichst so zu kleiden, dass man diesen Makel nicht sieht. Und das finde ich ganz schön traurig!

Wegen meiner Cellulite wurde ich ausgelacht

Ich hatte ein Mal, vor 5 Jahren war das glaube ich, ein kürzeres Kleid an und weiß noch genau, wie zwei Teenager angefangen haben zu kichern und zu tuscheln, als sie gesehen habe, dass ich einige Dellen an meinen Oberschenkeln habe. Das war mir so dermaßen peinlich und ich war sehr froh, dass mein Partner das nicht mitbekommen hat. Nachher hätte ich er sich auch für mich geschämt … Zwischendurch gibt es zwar immer mal wieder Zeiten, in denen ich versuche, meinen Körper so zu akzeptieren wie er ist und einfach damit zu leben, dass ich nun mal Orangenhaut habe, aber das hielt meistens nicht lange an.

Ich dachte lange Zeit auch, dass man gegen Cellulite einfach nichts machen und sich vielmehr damit abfinden müsse. Wie ich heute weiß, war das ein Irrtum und seitdem mache ich mich fleißig daran, meine Cellulite zu bekämpfen. Unterstützung habe ich dabei von meiner besten Freundin bekommen. Die kennt dieses Problem zwar nicht, da sie kein Gramm Fett zu viel an ihrem Körper hat und sehr auf ihre Ernährung achtet, aber das Gefühl, dass da jemand ist, der einen unterstützt, hilft schon.

Cellulite hat meine Lebensqualität stark beeinschränkt

Mit meinem Partner konnte ich nicht so wirklich darüber sprechen. Er wusste zwar, dass ich da ein paar Komplexe habe, aber zu sehr ins Detail wollte ich da auch nicht gehen. Und ich wollte natürlich auch nicht den Fehler machen und ihn auf meine ganzen Makel hinweisen. Ich wollte immer für meinen Partner perfekt sein und wenn man dann weiß, dass ein paar Stellen “nicht ganz so perfekt” aussehen, kann einem das echt zu schaffen machen. Man fühlt sich unsicher und schämt sich und teilweise war ich echt den Tränen nah, wenn ich nackt vor einem Spiegel gestanden und gesehen habe, wie die Haut an meinen Oberschenken und an meinem Po aussieht. Psychisch war diese Zeit sehr belastend und je mehr einem so etwas mitnimmt, umso empfindlicher ist man natürlich. Und das wirkt sich dann wiederum natürlich auf die generelle Lebenszufriedenheit aus.

Teilweise war es bei mir auch so schlimm, dass sich bei mir fast alles nur noch um Beauty gedreht hat. Ich wollte unbedingt richtig toll aussehen und ich habe dann versucht, die Cellulite damit wieder “wett zu machen”, dass ich mich halt in anderen Beauty-Bereichen, wie zum Beispiel bei meiner Frisur, richtig ins Zeug gelegt habe. Doch nach einiger Zeit habe ich dann gemerkt, dass “dieser Wahn” einen nicht glücklich macht. Denn man verbringt so viel Zeit damit, sich zu optimieren und optisch noch besser zu präsentieren, dass man schnell aus den Augen verliert, was wirklich wichtig ist.

Ich habe auch die Probleme meiner Freunde teilweise gar nicht mehr richtig ernst genommen und habe es einmal sogar fertig gebracht zu einer Freundin von mir, die gerade ihren Job verloren hatte, zu sagen, dass sie froh sein soll, dass sie keine offensichtlichen körperlichen Makel hat, denn das wäre ja immerhin noch viel schlimmer. Sie hat darauf dann recht geschockt reagiert und nach einiger Zeit wurde mir dann immer mehr klar, dass irgendwas bei mir schief läuft. Denn nur durch Wünschen und sich beschweren bekommt man keinen tollen Körper! Und Orangenhaut geht auch nicht dadurch weg, dass man zur Beauty-Queen wird und ständig top gestylt herumläuft. Wenn Cellulite das Problem ist, muss man gegen sie angehen und sie behandeln!

 

Michèle

Weiblich, 42 Jahre alt und verheiratet. Ich litt an starker Cellulite und wurde sie los. Wie ich das geschafft habe, zeige ich auf meiner Webseite.

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